Mit Geheimtips ist es gemeinhin ja so eine Sache. Entweder ist der vermeintlich geheime Tip schon seit Monaten, wenn nicht seit Jahren buchstäblich in aller Munde oder aber das Attribut wird vorallem dazu genutzt, um tatsächlich Unbekanntes von allerdings eher übersichtlicher Qualität zu unangemessenen Preisen verkaufen zu können. Tatsächliche „Geheimtips“ sind rar geworden in diesen Zeiten, über Internet, Blogs, Facebook und Twitter verbreiten sich gute Nachrichten heute sehr, sehr schnell. Nur noch ganz selten trifft man auf etwas, das rar und unbekannt und von außergewöhnlicher Qualität zugleich ist. Die Flaschen hier auf dem Bild sind eine solche rare Ausnahme…

…Denn darin befindet sich „le 7“ (französisch auszusprechen), ein Rosé Véritable Méthode Ancestrale. Die Kurzform unserer kleinen Anpreisung lautet: ein schöne, runde Restsüße trifft auf verdammt viel Frucht – bei erfreulich wenig Alkohol und kräftigem Kohlensäure-Prickeln. Eine Art ready-made Kir (Royal) oder – für die jüngeren unter uns – ein völlig natürlich hergestellter Alko-Pop zu einem recht attraktiven Preis – bestellen Sie bitte unten im Kasten.

Aber da wir ja nichts verkaufen können, ohne Ihnen auch noch eine kleine Geschichte dazu zu erzählen (s.a. unser Haus-Champagner), hier  die des Imports von „le7“ nach Deutschland: Ursprünglich endeckt wurde er  von einem nicht ganz unbekannten Hamburger Blogger auf einem alternativen Food-Kongress in London. Eine der daraufhin von ihm nach Deutschland beorderten Probeflaschen wurde spontan nach Köln umgeleitet und nachdem wir probiert hatten, war uns klar: das wollen wir öfter trinken. Und wenn es bisher niemand nach Deutschland importiert, dann machen wir es eben selbst.

Nach deutschem Weinrecht ist das Getränk übrigens der Familie der Perlweine zuzuordnen. Das heißt – im Gegensatz zu den „echten“ Schaumweinen wie Champagner, Cremant, Sekt, Spumante oder Cava – findet keine 2. Gärung statt, sondern der noch nicht durchgegorene Wein wird mit der Feinhefe in die Flasche gefüllt, um dort noch etwas weiterzugären. Die sich durch dieses Weitergären bildende Kohlensäure kann (dies genau wie bei der Champagner-Herstellung) nicht entweichen, im Gegensatz zum Champagner stoppt die Gärung aber zu einem wesentlich früheren Zeitpunkt (wg. anderer verwendeter Hefen). Das Resulat: ein deutlich restsüßer und kohlensäure-sprudelnder Wein. In Frankreich heißt diese Technik methode ancestrale (auch methode rural) und sie ist um einige Jahrhunderte älter, als die heute meist praktizierte Champagner-Methode.

Für Wein-Snobs geht das alles aber eigentlich ü-ber-haupt nicht. Ein Perlwein, dazu restsüß und dann auch noch aus dem vermeintlich minderwertigen Rebsorte Gamay – ein gleich dreifaches no-go. Für jene allderdings, die sich ein eigenes Urteil abseits von Vorurteilen und Snobismus zutrauen bietet sich die Chance auf eine echte Entdeckung. Wer Kir Royal als Aperitif mag, sollte „le 7“ unbedingt einmal probieren.

Übringens: das sehen nicht nur wir so. Im Noma, dem „so-called“ besten Restaurant der Welt, ist „le 7“ auch zu haben. In Deutschland gibt es ihn zur Zeit nur bei uns. Ein Geheimtip eben. Und ja, zugegeben, ein kleines bißchen Stolz auf unsere Entdeckung sind wir schon…

 

Update am 11.04.2013

Wir bestellen in Kürze für den kommenden Sommer. Meldet euch bei m.kramer@marien-eck.de und ihr trinkt den Sommerdrink 2013.