Gault Millau 2013Wie jedes Jahr im November war es vor kurzem wieder so weit – der neue Gault Millau ist erschienen. Hier die Fakten für Köln in Kürze:

  • 22 Restaurants in Köln wurden ausgezeichnet.
  • 9 Restaurants aus dem Vorjahr finden keine Erwähnung mehr.
  • Im Stadtgebiet Köln fand kein neues Restaurant Aufnhame in den Restaurantführer.

Die Spitze der Kölner Gastronomie wird mit 18 Punkten weiterhin von den Restaurants „La Vision“ und „Le Moissonier“ vertreten. Die Verfolgergruppe mit 17 Punkten bilden das „Alfredo“, das „Maître Im Landhaus Kuckuck“ und „La Poêle d’Or“.

Wir freuen uns mit den Aufsteigern Franz. A. Gruber von „Grubers Restaurant“ und Ece Karakuleli vom „Taku“ im Excelsior Hotel Ernst über die 16 Punkte, die ebenso vom Bitzerhof, La Societe, dem Poisson, Wein am Rhein und Zur Tant‘ erkocht wurden.

Das „l’Acento“ in der Kämmergasse ist ein weiterer Newcommer mit 15 Punkten. Ebenfalls 15 Punkte, die noch die zweite Toque und damit „einen hohen Grad an Kochkunst“ bedeuten, gingen an das „Vintage“.

Mit einer Toque und 14 Punkten wurden, wie im Vorjahr, das „Basilicum“, die „Comedia Wagenhalle“ und das „Heising & Adelmann“ bewertet – das „Steinmetz“ rangiert nach einem Punktabzug nun ebenfalls bei 14 Punkten. Den Tabellenschluß bildet das Sorgenfrei mit 13 Punkten.

 

 

Ein kurzes Fazit

Letztmalig  wurden vor 25 Jahren so wenige Restaurants für Wert befunden, in den Restaurantführer aufgenommen zu werden (laut meinen Aufzeichnungen – und mir fehlen die Gault Millau Jahrgänge 98, 99, 89, 90, 91). Spitzengastronomie mit Wertungen von 17 bis 18 Punkten und darüber hinaus findet sich im Kölner Zentrum und im Speckgürtel rundherum (Bergisch Gladbach, Erftstadt, Pulheim) allerdings in noch ausreichender Auswahl.

Eine im Vergleich zu anderen Großstädten fast dramatische Lücke klafft allerdings im mittleren Bereich. Eröffnungen mit der Chance auf Punkteränge zwischen 13 und 16 Punkte gab es zwar einige. Als Hoffnungsträger der letzten Jahre seiene exemplarisch das „Kleine Schwarze“ in Ehrenfeld,  die „8“ in der Spichernstraße oder das „Nada“ in der Cleverstraße genannt. Alle hätten in ihren Hochzeiten eine Aufnahme in die Punkteränge mehr als verdient gehabt. Doch halten konnte sich keiner der Anwärter. Zu wenig Konstanz, zu kurzer Atem. Der einzige Neuzugang der letzten Jahre mit Beständigkeit bleibt so das „Sorgenfrei“, das nun immerhin schon im zweiten Jahr in den Punkten kocht.

Vergleichen wir die Situation einmal mit Berlin. Noch vor zwei Jahrzehnten war die gastronomische Szene dort eine einzige öde Wüste. Aber in den letzten Jahren hat sich zur blühenden kulinarischen Landschaft entwickelt. Die Tester vergaben in diesem Jahr Wertungen an sage und schreibe 13 neue Restaurants. Das sind Maßstäbe, bei denen zur Zeit keine andere deutsche Großstadt mithalten kann.

Der Wechsel in der Chefetage hat dem Gault Millau zu seinem 30. Jubiläum gut getan. Unter der neuen Chefredakteurin Patricia Bröhm ist man, was wir sehr begrüßen, wieder zum bissigen Stil alter Zeiten zurückgekehrt. Etwas mehr Stringenz würden wir uns zuweilen allerdings wünschen: In dem 24-seitigen Magazinteil, der nach der Inhaltsangabe und noch vor den Auszeichnungen Genusstrends beleuchtet, erklären die Tester ihr Mantra und loben Regionalität und das Motto „Global kochen, lokal einfaufen“ –  nur um es dann drei Artikel weiter als langweilig kopierten Trend zu veralbern.

Übrigens seit 2006 finden auch Kochschulen Aufnahme in den Gault Millau. Schule des Jahres 2013 ist Ingo Hollands „Altes Gewürzamt“ in Klingenberg.